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Was kostet eigentlich … eine Schönheits-OP?

An der Frage „Beauty Doc ja oder nein?“ scheiden sich die Geister. Manche gehen offen mit dem Thema um. Andere empfehlen hinter vorgehaltener Hand eine Praxis. Oder winken gänzlich ab. Höchste Zeit nachzufragen, was Lidstraffung, Fettabsaugen und Co. kostet.

 

Weltweit steigt die Anzahl der Schönheits-OPs und Behandlungen, die über die reine Kosmetik hinausgehen: rund 140 Prozent mehr Eingriffe als noch im Jahr 2010 werden inzwischen gezählt*. Die Liste der reparaturfreudigsten Nationen wird von Brasilien angeführt, dicht gefolgt von den USA. Auch in Deutschland geht man mit dem Thema offener um. Ich habe mit Dr. Mona Rudolph, Fachärztin für Plastische & Ästhetische Chirurgie, über beliebte Beauty-Trends, echte Eingriffe und deren Kosten gesprochen. 

 

Trendthema Anti- oder Better-Aging

Forever Young: Falten wegzaubern mit Botulinumtoxin A, Hyaluron und Biostimulantien ist eines der Trendthemen bei den Beauty Docs. Und liegt auf Platz 3 der häufigsten Eingriffe in Deutschland. Zum Better-Aging gehört auch ein gesunder Lifestyle mit Ernährung, Sport und mentalem Training. Um Nährstoffe bestmöglich in den Körper zu schleusen bietet Dr. Mona Rudolph Infusionen an. Vitamin-C-Infusionen sind altbekannt. Neuere Stoffe wie Spermidin, das derzeit in Hollywood gefeiert wird, sollen nun sogar Leber und Nieren aber auch vor kardiovaskulären Krankheiten schützen. „Vereinfacht gesagt, verlängert Spermidin die Schutzkappen an den Chromosomen, die Telomere, die sich mit jeder Zellteilung abnutzen“, erklärt Dr. Rudoph.

 

Oberlidstraffung

Kommen wir zur Schönheits-OP Nr. 1 in Deutschland: die Lidstraffung. Nach stressigen Tagen oder Nächten hängen die Augenlieder. Manchmal hilft auch ausreichend Schlaf nicht mehr. Ein wacher Blick kann durch eine Oberlidstraffung mithilfe von Botox® erzielt werden. Für minimische Falten betragen die Kosten etwa 200 Euro je nach injizierten Einheiten. Das hält drei Monate, bei manchen etwas länger. Dr. Rudolph bevorzugt diese Variante gegenüber dem Fadenlifting: dort sei das Ergebnis mitunter asymmetrisch oder es entstünden kleine Knoten. 

 

Ist das obere Augenlied dauermüde und stark erschlafft, muss auch Dr. Rudoph zum Skalpell greifen. In einer etwa einstündigen OP werden Gewebe und Muskeln in der Falte zwischen beweglichem und unbeweglichem Lid entfernt. Es bleibt eine zarte rote Linie, die nach 6 bis acht Wochen verschwindet, aber schon nach zehn Tagen abgedeckt werden kann. Was kostet das? Ästhetisches Lifting zahlt man aus dem eigenen Portemonnaie. Die Kosten für eine Oberliedstraffung belaufen sich auf etwa 2.500 bis 3.000 Euro. Ausnahme: Bei einer Gesichtsfeldeinschränkung ist das Lifting medizinisch indiziert und die Kosten werden von der Kasse übernommen. Voraussetzung dafür ist allerdings ein medizinischer Befund.

 

Bauchdeckenstraffung

Eine größere Operation, die dennoch Fingerspitzengefühl erfordert: die Bauchdeckenstraffung. „Natürlich kann man den überhängenden Bauchlappen einfach wegschneiden. Das Ergebnis ist dann eher kastig. Wünschenswert ist eher eine ästhetische Kurve, die sich dem Körper anpasst“, erklärt Dr. Rudolph. Die OP variiert stark: beispielsweise in Abhängigkeit vom Restfettgewebe. Fettabsaugungen belegen übrigens Platz 4 der deutschen OP-Charts. „Ein schöneres Ergebnis lässt sich mit wenig Bauchfett erzielen. Deshalb ist ein ergänzender Ernährungsplan immer sinnvoll.“ Beim Thema Bauchmuskeln setzt die Fachärztin auf Rekonstruktion. Gerade nach Schwangerschaften und Kaiserschnitten seien Frauen vielfach nicht einmal mehr in der Lage, auch einen einzigen Sit-up zu machen. Die etwa dreistündige OP ist aufwändig und schlägt mit rund 9.000 Euro zu Buche. 

 

Intimchirurgie

Eine Herzensangelegenheit von Dr. Rudolph: Intimchirurgie. Ein Tabuthema, bei dem es nicht um absurde Verjüngung geht, sondern die Patientinnen eine echte gesundheitliche Verbesserung bringt. Ein Beispiel: Reichen die inneren Schamlippen über die äußeren hinaus, entstehen Schmerzen beim Fahrradfahren, Reiten oder Geschlechtsverkehr. Eine Beeinträchtigung, die nicht wenige Frauen ein Leben lang begleitet, über die aber niemand spricht. Diese OPs sind bei sehr starkem Überschuss medizinisch indiziert. Die Kosten belaufen sich auf 2.600 bis 3.000 Euro. 

 

Fazit

Letztendlich sollte jeder Eingriff wohlüberlegt sein und nicht nur fürs Portemonnaie, sondern auch in Bezug auf den Arzt oder die Ärztin passen. „Wichtig ist eine gute, einfühlsame Aufklärung und das Gespräch über ein realistisches Ergebnis. Ich kann nicht aus jeder Frau eine Barbie machen. XXL-Brüste oder Schlauchbootlippen lehne ich ohnehin ab“, erklärt die Fachärztin. Drei Tipps gibt sie zum Abschluss:

 

1) Entscheide dich für eine Facharzt-Praxis, die dich zu jedem Zeitpunkt unterstützt. Umfangreiche Nachsorge ist ein Muss.

2) Gut informieren vor einer Billig-OP im Ausland: Bei Komplikationen trägt man die Kosten in der deutschen Klinik selbst. 

3) Vorsicht bei schicken Insta-Posts: Vorher-Nachher-Bilder sind im ästhetischen Bereich verboten. 

 

 

*Statista

 

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